Es gibt Momente, in denen man mit sich ausgesprochen zufrieden ist.
Man hat etwas geschaffen. Ganz allein. Na gut, mit etwas Hilfe. Aber die Begeisterung gehört einem schließlich selbst.
Man betrachtet sein Werk, nickt anerkennend und stellt fest, dass die Menschheit heute durchaus einen kleinen Fortschritt gemacht hat.
In meinem Fall war es eine Website.
Meine erste.
Ich war stolz. Nicht ein bisschen stolz. Sondern so stolz, dass ein Gockel neben mir vermutlich wegen mangelnden Selbstbewusstseins in Behandlung gegangen wäre.
Also schickte ich meinem Freund den Link.
Nicht ohne Hintergedanken natürlich.
Ein wenig Anerkennung wäre angemessen gewesen. Vielleicht sogar Bewunderung. Ich hätte mich selbstverständlich bescheiden gezeigt.
Seine Antwort kam:
„Irgendeine Website mit YouTube-Verlinkung!“
Das war alles.
Kein Glückwunsch. Keine Würdigung meiner technischen Meisterleistung. Nicht einmal ein höflich geheucheltes Interesse an der Überwindung meiner digitalen Unfähigkeit.
Nur eine sachliche Feststellung.
Und das Schlimmste daran?
Er hatte nicht einmal ganz unrecht.
Ich hatte ein kleines Denkmal errichtet.
Er sah einen Wegweiser.
So unterschiedlich kann Architektur betrachtet werden.
Seitdem frage ich mich, wie oft wir eigentlich Anerkennung suchen, während wir behaupten, bloß etwas zeigen zu wollen.
Vermutlich öfter, als uns lieb ist.
Jedenfalls habe ich jetzt eine Website.
Und einen Freund, der dafür sorgt, dass ich nicht abhebe.
Beides ist ausgesprochen nützlich.
Nur eines davon war kostenlos.
