
Es sollte idealer sein
Ein bisschen schöner, ein bisschen erfolgreicher, ein bisschen glücklicher. Irgendwo scheint jemand das vollkommenere Leben zu führen. Zumindest auf den Bildern, die er davon zeigt. Dabei ist das eigene Leben…
Auf YouTube ansehenWorum es geht.
Wir haben vieles. Manchmal sogar mehr, als wir brauchen. Und trotzdem fehlt immer noch irgendetwas.
Ein bisschen schöner, ein bisschen erfolgreicher, ein bisschen glücklicher. Irgendwo scheint jemand das vollkommenere Leben zu führen. Zumindest auf den Bildern, die er davon zeigt.
Dabei ist das eigene Leben vielleicht längst ziemlich gut. Nur leider nicht ganz so makellos wie das der anderen. Oder wie wir es uns vorstellen.
Frei nach Kurt Tucholskys „Das Ideal“ nimmt „Es sollte idealer sein“ unseren Hang zur ewigen Optimierung aufs Korn.
Mit Humor, Ironie und einer leisen Frage:
Wie perfekt muss das Leben eigentlich werden, bevor wir anfangen, es zu genießen?
Der Songtext.
Zum Mitlesen. Zum Nachdenken. Vielleicht zum Wiedererkennen.
Ich möchte Ruhe nach der Arbeit,
doch Stille kann ich nicht ertragen.
Ich will, dass man mich sehr vermisst,
doch stören soll mich keiner dabei.
Ich will die Wahrheit ohne Filter,
solang sie mir nicht widerspricht.
Ich möchte alles selbst entscheiden,
doch schuld ist später jemand anders.
Es sollte idealer sein,
ein bisschen besser als perfekt.
Ich habe alles, was ich brauche,
nur sieht man das von außen schlecht.
Es sollte idealer sein,
ich will doch wirklich nicht zu viel.
Ich will am Ziel und unterwegs sein,
und beides bitte jederzeit.
Auf Bildern frühstückt man am Meer,
ich frühstück hier am Küchentisch.
Vorhin war das ein guter Morgen,
jetzt fehlt mir offenbar ein Schiff.
Ich weiß, was alles nicht ins Bild passt,
ich schneid’s bei mir ja selber weg.
Nur bei den andern glaub ich gerne,
dass hinterm Rand nichts weiter liegt.
Es sollte idealer sein,
ein bisschen besser als perfekt.
Ich habe alles, was ich brauche,
nur sieht man das von außen schlecht.
Es sollte idealer sein,
ich will doch wirklich nicht zu viel.
Ich will am Ziel und unterwegs sein,
und beides bitte jederzeit.
Ich möchte gern bescheiden bleiben,
doch jeder soll es deutlich sehn.
Ich will ein großes Abenteuer,
doch ohne jedes Risiko.
Ich möchte Nähe ohne Fragen,
die Freiheit ohne Einsamkeit.
Und wenn mich einer glücklich nennt,
frag ich, ob sich das steigern lässt.
Und manchmal fehlt mir wirklich nichts.
Ein guter Abend, jemand da.
Wir reden, bis es dunkel wird.
Ich schau nicht einmal auf die Uhr.
Dann macht mich diese Ruhe stutzig:
Was, wenn ich bloß nichts Bessres kenn?
Es sollte idealer sein,
ein bisschen besser als perfekt.
Ich habe alles, was ich brauche,
nur sieht man das von außen schlecht.
Es sollte idealer sein,
ich will doch wirklich nicht zu viel.
Ich will am Ziel und unterwegs sein,
und beides bitte jederzeit.